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Kalender 2021

Spirit of Uri 2021

Mit meinem Fotokalender möchte ich Euch den einzigartigen Urner "Spirit" vermitteln. 13 Impressionen zeigen die Urner Bergwelt mit kühlen Bergseen, glühenden Gipfeln, ausgefallenen Abenteuern und faszinierenden Lichtstimmungen. Alle Aufnahmen wurden vor dem Kalender-Release noch nie veröffentlicht.


Format: 45cm x 34cm

In der Zentralschweiz auf FSC-zertifiziertem, qualitativ hochwertigem Papier gedruckt.

Ausverkauft!

Hintergrundinfos:

JANUAR - GLETSCHERTOR

Es war die grosse Attraktion im letzten Winter: Das Gletschertor beim Tiefengletscher. Und so stand es auch ganz oben auf meiner Liste von Winterorten, die ich besuchen wollte. Mit der Bildidee (weitwinklig von innen fotografieren) nahm ich dann zwei Anläufe. Einmal mit einem Kollegen (Paul Arnold) und einmal mit meiner Mutter. Obwohl wir zu beiden Zeitpunkten gute Bedingungen genossen, unterschieden sich die Touren dennoch stark. Von Realp aus nahmen wir mit Tourenski an einem gletscherkalten Januarmorgen den ersten Anlauf, mit Schneeschuhen bewaffnet an einem herrlichen Frühlingstag den zweiten. Wenig Schnee, dafür eine pickelharte Eisbahn erwartete uns bei der ersten Tour. Ein paar Monate später waren die Schneemassen in raueren Mengen vorhanden, dafür war die Route - dank der Bekanntheit des Tors - schon grosszügig vorgespurt und flachgedrückt. Während das Ausrutschen, trotz Harscheisen an den Tourenski, im Januar zur Tagesordnung gehörte, mussten wir die Schneeschuhe bei T-Shirt-Wetter im Frühling bis zum Ziel nie anziehen. Beides Mal war es ein tolles Erlebnis mit vielen coolen Bildern. In den Kalender schaffte es eine Aufnahme von der ersten Tour, die eher rauen Verhältnisse werden von den Eisschichten nicht schlecht verdeutlicht. Übrigens, das Gletschertor existiert nun leider nicht mehr, da es in diesem Jahr zusammengebrochen ist. Trotzdem ist und bleibt das Gebiet rund um den Tiefengletscher eine grosse Attraktion.


FEBRUAR - VOLLMOND AM GITSCHEN

Beim Fotografieren liebe ich das Unvorhergesehene, fantastische Stimmungen, spezielle Motive und Wetterphänomene. Aufgrund dessen sollte ich dieses Bild eigentlich nicht mögen - keine Wolken, vorhersehbar und alles genau geplant. Jedoch mag ich zwischendurch auch genau das, wenn man genau weiss, was einen erwartet, weil alles im Vorhinein berechnet wurde. Deswegen bin ich wohl auch bei praktisch jedem Vollmond auf der Piste. Logischerweise überschneiden sich die Auf- und Untergänge des Vollmonds und der Sonne zeitlich betrachtet toujours, was zu extrem coolen Bildern führen kann. Denn wenn man es korrekt berechnet, hat man einen von der Sonne rot beleuchteten Gipfel im selben Bildausschnitt wie der Vollmond. Man kann nun Zeit und Aufnahmeort exakt vorplanen, und so schafft man es sogar, dass der Vollmond auf der Aufnahme an der gewünschten, feuerrot strahlenden Bergkante „klebt“. Bei den „Models“ handelt es sich hier übrigens um niemand geringeres als die Urner Prominenz von Urirotstock und Gitschen, welche angeleuchtet werden. Der Moment dauert übrigens nur wenige Sekunden, dann wird schon zu viel vom Mond verdeckt und der Zauber ist vorüber. Es sind genau solche Momente - vergänglich, kurz und atemberaubend - die den Reiz des Fotografierens für mich ausmachen und mich auch zukünftig bei praktisch jedem Vollmond nach draussen treiben werden.


MÄRZ - KROKUSSE BEI FÄRNIGEN

Im Frühling eskalierte die Flora in gewissen alpinen Gebieten. Tausende Krokusblüten schossen aus dem Boden, als gäbe es kein Halten mehr. So etwas habe ich noch nie gesehen. Bei einigen Wiesen im Meiental meinte man fast, sie wären beschneit, so dicht und kräftig erstrahlte das Weiss. Ich nutzte die Gelegenheit und ging weit über ein dutzend Mal - bei schönem Wetter zweimal täglich - Krokusse ablichten. Die Planzen faszinierten mich immer wieder aufs Neue. Jedes Mal wurden sie mehr oder breiteten sich an neuen Plätzen aus. Aber am spannendsten fand ich, wie sie auf das Licht reagierten. Kaum ist die Sonne weg, verschliessen sie sich. Das geht so schnell, dass man sogar die Bewegung der Blütenblätter mitverfolgen konnte. Als die Sonne mal für mehrere Minuten genau an der Bergkante entlang schlenderte, sodass die halbe Wiese im Schatten war, durfte ich beobachten, wie sich die linke Seite für 5 Minuten sozusagen im Lockdown befand und die andere Hälfte der Krokusse, die Blüten weit geöffnet hatten. Dieses Phänomen des ultraschnellen Verschliessen stellte mich vor eine Challenge. Die Aufgabe war Ort, Zeit, Motiv und Winkel genau so zu timen, dass sowohl der Sonnenstern, wie auch offene Krokusblüten und die Fünffingerstöcke auf dem Bild empor ragen. Aus zahlreichen Bildern hat es nun dieses Exemplar in den Kalender geschafft. Mal schauen, ob auch im 2021 der Krokus eskaliert.


APRIL - ABENDSTIMMUNG IN SEELISBERG

Die Häufigkeit von atemberaubenden Sonnenuntergängen beneide ich manchmal an anderen, flacheren Kantonen. Im Urner Talboden wird so ein Spektakel meist von Kollege Gitschen und Konsorte verdeckt. Deshalb muss man oft ein wenig Zusatzaufwand betreiben und entweder eine entsprechende Höhe erreichen oder neben/hinter die Bergkette gelangen, um einen freien Blick auf die untergehende Sonne zu erhalten. Häufig wähle ich die erste Variante, bei diesem entschied ich mich jedoch für den zweiten légèreren Weg. Als ich die tiefe Wolkendecke mit Aufhellungen gegen Westen erkannte, begab ich mich nach Seelisberg. Dort fuhr dort auf der Suche nach blühenden Motiven meine bereits bekannten Plätze ab. Zudem entdeckte ich auch neue Orte für zukünftige Bildideen. In einer steilen Wiese liegend konnte ich die letzten Sonnenstrahlen und den tollen Ausblick in vollen Zügen geniessen. Im Anschluss wollte ich die Abendstimmung noch von einem weiteren Ort ablichten und erlebte einen Moment purer „Swissness“. Begleitet von Alphorntönen erblickte ich eine Kombination von Bergsee, Abendrot, Gipfel und Bauernhöfen. Da war ich fast ein wenig überfordert. Leider konnte ich diesen Moment nicht wie gewünscht festhalten. Dennoch verbinde ich dieses Kalenderbild auch immer mit diesem, überaus kitschigen Moment vom selben Abend. Ich weiss nicht, ob solche Augenblicke in vielen anderen Kantonen möglich gewesen wären.


MAI - SEENALPSEE IM MORGENLICHT

Erlebnisse, die man mit anderen Leuten teilt, sind immer ganz besonders. So hatten mein Mitbewohner (Peter Schuler) und ich für dieses Bild eine ganz spezielle Idee. Er könnte mit seinen Kollegen am Seenalpsee fischen gehen, dort übernachten. Ich würde dann in den Morgenstunden dazustossen, allerdings mit Kamera statt Fischerrute. Gemeinsam könnten wir dann Frühstücken. Geplant, getan und so fand das WG-Zmorgä für einmal auf rund 1700 Metern in dieser fantastischen Kulisse statt. Früh waren die Bilder im Kasten, die Uhr zeigte erst 06:15 Uhr an. Ich dachte mir, das wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt für ein kleines Nickerchen. So setzte ich mich in die Nähe der Fischer auf den erstbesten Stein, liess noch ein zwei dumme Sprüche liegen, weil sie an diesem Morgen noch nichts Schlaues gefangen haben und „zäg“ schon war ich weg. Eine gewisse Zeit später - ich war immer noch schläfrig und merkte meinen Rücken vom unbequemen Liegen - setzte ich mich auf. „Hast du mittlerweile etwas gefangen?“ Keine Antwort. Ganz verdutzt erspähte ich meinen Mitbewohner auf der anderen Seeseite. „Wie lange ich wohl weggetreten war, kaum länger als 10 Minuten in dieser Lage?“, fragte ich mich. Die Uhr zeigte 07:30 Uhr an, oops, war dann wahrscheinlich doch bequemer als angenommen.


JUNI - REGENBOGEN ÜBER DEM ARNISEE (+TITELBILD)

Frühsommer 2020: Mann waren da viele Regenbögen zu bestaunen. Die waren so häufig, dass man sogar Regenbogenbilder planen konnte. An einem Abend braucht es hierbei eigentlich "nur" wechselhafte Westwetterfronten und etwas Glück. Als ich am Vormittag das Wetter analysiert habe, wusste ich schon, dass ich auf Regenbogenjagd gehen würde. Am Mittag gingen dann mein Bruder und ich mit unserem Grosi ins Schäfli bei Intschi ein "ausgiebiges Zmittag" essen. Von meinem Sitzplatz aus hatte ich stets das damals geschlossene Arnisee-Bähnli (Lockdown) im Blickfeld. Ab diesem Moment war auch der Ort klar. Ich fantasierte ein wenig und hatte schon das Bild im Kopf, wie sich der Regenbogen über dem Arnisee erstrecken würde. Mit meinem Bruder machte ich dann ab, dass wir am Abend von Gurtnellen aufs Arni gehen, ich gemütlich mit dem E-Bike und Fotoequipment, er rennend als Trainingseinheit. Über den ganzen Weg bis zum See begleiteten uns immer wieder Regenschauer. Und auch schon einen ersten Regenbogen konnten wir bestaunen. Weil diese sehr kurzlebig sein können, "musste" ich deshalb schon auf halbem Weg einen improvisierten Fotostopp einlegen - mein Vorsprung war weg und mein Bruder überholte mich wieder. Beide dann schon ziemlich durchnässt, kamen dann praktisch gleichzeitig am Zielort an. Die Regenschauer haben mittlerweile aufgehört und der Regenbogen ist auch schon verschwunden. Erste Zweifel kamen auf: "War es das schon?". Doch wir hofften weiter, denn auf dem Radar kündigte sich noch eine grössere Front so circa ab 18:30 Uhr an. Mittlerweile war es schon 19:15 Uhr, keine Spur von Regen oder Sonne, alles war einfach grau. Wir schlugen die Zeit tot bis dann plötzlich das Wetter innert kürzester Zeit komplett eskalierte. Innerhalb von 20 Sekunden tauchten Platzregen, Sonnenstrahlen und ein mächtiger Regenbogen aus dem Nichts auf. "Jüüzend" eilte ich aus dem "Schärmen" zum Fotospot, knipste alles was vor meine Linse kam und rannte wie ein irrer um den See herum, um dieses Spektakel möglichst vielseitig ablichten zu können. Deswegen schafften es auch zwei Bilder von diesem Moment in meinen Kalender. Meine Güte, das waren 10 Minuten voller Stress, Freude und Faszination zugleich, dann war der Zauber vorbei. Die Ausrüstung wieder zusammengepackt, die durchtränkte Alpstrasse hinuntergebraust und mistdreckig beim Auto angekommen dachte ich mir nur: "Was für ein grandioses Erlebnis!"


JULI - MILCHSTRASSE IM MADERANERTAL

Besonders in Monaten der Schneeschmelze und des vielen Regens ist das Maderanertal ein wahres Paradies. Es ist geprägt von wilden Bächen, Wasserfällen und kleinen Seen. Gerade diese Seen haben oft keinen eingezeichneten Weg. So war es auch bei diesem wunderschönen Exemplar. Vor Sonnenuntergang machte ich mich auf den "Weg", also eben über Stock und Stein. Naja, wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann wohl eher über Stein und Stein (und Stein und Bächlein und Stein). Auf den Punkt gebracht, die Landschaft oberhalb der Windgällenhütte ist ziemlich kahl. Dank diesem Landschaftstyp wirkt aber der Bergsee viel eindrücklicher auf mich. Kombiniert mit Windstille durfte ich so ein einzigartiges Alpenpanorama geniessen.
Nachdem ich das Bild vom feureigen Abendrot im Kasten hatte, wartete ich auf den Nachteinbruch. Ich wollte unbedingt diesen Ort unter der Milchstrasse ablichten, bevor ein stündiger Marsch zum nächsten Sujet und gleichzeitig Schlafplatz auf dem Programm stand. Im Sommer dauert es immer ein wenig länger, bis die Sterne wirklich zu sehen sind. So musste ich satte zwei Stunden totschlagen. Zum Glück bin ich ein Fuchs und habe mir im Voraus ein Hörbuch auf mein Iphone geladen. Das Hörbuch war aber nicht ganz leichte Kost, sondern eher ein mörderischer Thriller. Kombiniert mit Geräuschen von herunterpurzelnden Steinen und wegrennenden Tieren, die immer wieder die absolute Stille durchbrachen, erschrak ich mich andauernd. Beim Eindunkeln wurde dieses Erlebnis fast ein wenig "too much" für mich. Aus dem cleveren Fuchs wurde ein "Schisshase", der dann das Hörbuch zur Seite legte. Es folgte ein stündiges Herumsitzen und Nichtstun. Ohne Internet konnte ich nicht einmal meine Playlist umstellen. Mann war das langweilig, aber lohnenswert!


AUGUST - SEEWLISEE VON OBEN

Ein Hauch Karibik liegt in der Luft, wenn man den Seewlisee von oben bestaunt. In einem kräftigen türkis erscheint er, wenn er von der Sonne bestrahlt wird. Da liegt es auf der Hand, für einmal nicht in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang, wenn der See im Schatten liegt, diesen einzigartigen Ort zu besuchen. Weil der Effekt von oben am besten zur Geltung kommt, griff ich in diesem Bild auf meine Drohne zurück. Das bietet viele Vorteile. Denn statt eines 10-25kg schweren Rucksacks gefüllt mit Fotoequipment, Kleidung und Nahrung, brauchte ich hier nur die handliche Drohne, ein Ersatzshirt, ein Riegel und eine Trinkflasche. Aus dieser Tour machten wir einen kleinen Familienausflug mit etwas Wettkampfcharakter. Von der Talstation der Sittlisalp-Bahn fuhren ich und meine Mutter mit dem E-Bike bis ins Griesstal und von dort aus zu Fuss auf den Seewligrat. Mein Bruder nahm die Seilbahn auf die Sittlisalp und probierte uns joggend aufzuholen. Lange sahen wir keine Spur von ihm, bis wir bei einem wunderschönen Bänkli eine 30-sekündige Pause machten. Ein paar Kehre weiter unten holte er uns mit grossen Schritten auf. Ab die Post. Das Ziel vor Augen überholte er uns aber dann doch noch auf den letzten Metern. Wir hatten konditionell keine Chance mit ihm mitzuziehen. Ziemlich ausgelaugt startete ich ein paar Minuten später meine Drohne auf dem Grat, gleichzeitig besuchten die anderen noch kurz den See. Auf dem Rückweg wechselten wir dann die Rollen, meine Mutter joggte vom Griesstal in die Sittlisalp, während mein Bruder und ich talwärts düsten - mit einem kleinen Abstecher im Brunnialp-Beizli. Der Most war verdient.


SEPTEMBER - OBERALPER GRAT MIT TOR

Sonnenuntergang, ein Felsentor und wir darauf - klingt abenteuerlich, war es auch! Mit Fabio Ziegler machte ich mich letzten Spätsommer auf den Weg zum Oberalper Grat. Mit dem coolsten Bähnli des Kantons ging es von der Gossalp auf die Oberalp und dort schnurstracks zu einer Chässchnittä ins Alpbeizli. Frisch gestärkt und über den Zustieg gut informiert machten wir uns gegen Abend auf den Weg zum Grat, wobei "Weg" hier eine masslose Übertreibung ist. Ein Trampelpfad führte ziemlich gerade die steile Grasflanke hinauf, bis man sich auf dem Tor befand. Interessanterweise merkt man auf dem Grat nichts von dem gut 50m hohen Felsentor. Ich musste Fabio gar mithilfe der Drohne lotsen, sodass wir die Bildidee umsetzen konnten. Bevor die Sonne jedoch unterging, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz (irgendwo auf dem Grat). Dort wo es Platz hatte, war die Fläche zu steil und dort wo es einigermassen gerade war, hatten wir zu wenig Platz. Schnell war uns klar, dass aus dem geplanten Biwak nichts wird. So wollten wir beide Fotoideen in unmittelbarer Nähe (Stockzahn und Tor) am Abend umsetzen. Die Gratüberschreitung zum Stockzahn verlangte viel Konzentration ab, da gewisse Stellen ziemlich eng waren und beide Seiten steil ins Tal führten. Am Fotospot angekommen, liess uns aber auch das Wetter im Stich. Wolken verdeckten den benötigten Sonnenschein. Nach gut 30min Warten lichtete sich der Himmel endlich auf. Viel Zeit blieb nicht mehr. "Kurz ein paar Fotos vom Stockzahn, dann die Drohnenaufnahmen vom Tor und dann weg von hier", dachten wir uns. Gesagt, getan, es musste schnell gehen, da wir auf der Schattenflanke (wenig Licht und feucht) ins Tal zurückkehren mussten. Trotz des eher stressigen Ablaufs konnten wir die Drohnenaunahmen so richtig geniessen, denn die gelangen fast noch besser als geplant: Sonnenuntergang, Felsentor, Person darauf. Beim Abstieg konnte man kaum von einem "Genuss" sprechen, viel eher von voller Konzentration. Es war steil, es war feucht und an 1-2 Stellen musste man wirklich aufpassen. An weniger gefährlichen Abschnitten fanden wir uns immer wieder auf dem Hosenboden und rutschten (meist geplant) ein paar Meter runter. 1-2 Stunden später waren wir sicher in Altdorf angekommen und blickten mit Burger und Bier auf ein gelungenes Abenteuer zurück. Klingt gemütlicher als ein zügiges Biwak in Schräglage. Danke Fabio!

PS: Dringende Empfehlung für Nachahmer: Pickel, gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und keine Höhenangst. Ansonsten lasst es lieber.


OKTOBER - HERBSSTIMMUNG IM MEIENTAL

„So etwas sollte man öfters machen.“ Das Wetter war über den ganzen Tag wechselhaft und doch eher bescheiden. Es bestand jedoch Hoffnung auf Besserung und so machte ich mich dennoch auf den Weg ins herbstliche Meiental. Wenn man sich auf die Suche macht, muss man nicht ins Engadin, um strahlend gelbe Lärchenwälder zu finden. Vereinzelt trifft man diese auch im Meiental an. Am Zielort angekommen - es regnet noch immer - suchte ich das geeignete Plätzchen. Die Kombination aus roten Heidelbeersträuchern, gelben Lärchen und grünen Tannen überzeugte mich sofort. Einige Minuten verstrichen, der Regen liess ein wenig nach. Plötzlich blitzte die Sonne hervor und belichtete die Umgebung. Die durchnässten Sträucher und Bäume leuchteten in kräftigen Farben. Auch wenn dieser Moment wirklich zum geniessen war, musste alles schnell gehen. Ich hatte nur 1-2 Minuten Zeit um die Szenerie einzufangen. Dabei  gibt es bestimmte Abläufe, die man beachten sollte, sodass man im Gegenlicht fotografieren kann, ohne dass es sogenannte „Lens Flares“ gibt. Aber mit ein bisschen Erfahrung, bleibt auch noch genug Zeit für einen „Jüüz“ ins Tal auf die geniale Stimmung. Man muss nicht immer im besten Wetter nach draussen gehen, mit etwas Glück lohnen sich unbeständige Wetterstimmung fast noch mehr. „So etwas sollte man wirklich öfters machen.“


NOVEMBER - MORGENSTIMMUNG AM RUOSALPERSEE

Früh aufstehen, das gehört nicht zu meinen Lieblingsdisziplinen. Dennoch ist dies für manche Bildideen unerlässlich und macht (später am Tag) so richtig Laune. Man rappelt sich auf, ohne den Wecker nochmals ins Schlummern zu schicken und kurze Zeit später sitzt man schon mit müden Augen im Auto in Richtung Fotospot. So erging es mir zumindest an diesem Herbstmorgen. Angekommen auf dem Klausenpass war es noch ziemlich frisch. In einer klaren Herbstnacht ziehe ich lieber eine Jacke mehr an. Nach anfänglicher Müdigkeit und Kälte ging es aber steil bergauf - tatsächlich den Berg hoch, aber auch mit meiner Morgenlaune. Denn das Wunderschöne an wolkenlosen Herbstmorgen ist jeweils die Klarheit, die in der Luft liegt. Schon früh im Morgengrauen erkannte man, das sich ein kräftiges Morgenrot anbahnte. Dieses Vorglühen der Berge gab dann den letzten Motivationsschub. Kälte und Müdigkeit waren wie weggeblasen. Die letzten Meter des eher kürzeren Aufstiegs gingen wie von alleine. Am Zielort angekommen richtete ich mich sofort ein. Schliesslich wollte ich schon das leichte Färben der Bergkuppen einfangen. Alles verlief sehr entspannt, da auch genau diese Stimmung am Vortag zu analysieren war. Eine Fotosession, einen kurzen Snack und einen Drohnenflug später ging es dann schon wieder bergab. Auf dem Weg nach unten habe ich noch kurz ein Handybild meinen Eltern geschickt. Nach dem Fussmarsch ging dann ins Auto, auf dem Heimweg noch ein paar Gipfeli geholt und zu Hause diese gemütlich gegessen bevor ich auf der Couch ein kurzes Nickerchen machte. Ich war noch nicht lange wach, als ich ein Bild von meiner Mutter zurückgeschickt bekommen habe, von genau dem selben Platz, einfach ein paar Stunden später. Die nahmen meine Nachricht wohl als Motivation. In diesem Sinne lohnte sich der Ausflug gleich doppelt.


DEZEMBER - AUSSICHT VOM HÜENDEREGG

Lockere Schneeschuhtour im Kanton Uri? Das Ratzi ist dafür sicher eine super Empfehlung! Auch deswegen habe ich vorletzten Winter mehrere Touren mit Fotoequipment in Richtung Hüenderegg gemacht. Manchmal im T-Shirt, manchmal in der Winterjacke, jedesmal waren die Verhältnisse anders. Man kann den Weg mehr oder weniger direkt zum Hüenderegg nehmen oder man kann diesen als Rundweg gestallten. Obwohl es meiner Ansicht nach immer bis um 21 Uhr hell bleiben dürfte birgt die Winterzeit dennoch einen Vorteil. Man kann den Sonnenuntergang fotografieren und dann immer noch im regulären Fahrplan mit dem Bähnli ins Tal gelangen. Allerdings sollte man für dieses Vorhaben entweder früh Feierabend oder den Nachmittag frei haben. Bei mir war es letzteres. Nebst dem Fotografieren der funkelnden Schneekristalle von Boden aus, griff ich für meine Bildidee auch zur Drohne. Der Blick über den Wald oberhalb der Eggberge, kombiniert mit der Aussicht auf den Urnersee erinnert mich doch stark an die kanadischen Weiten. Die Nachbearbeitung dieses Gegenlichtbildes war jedoch schwierig, da es sich um ein mehrfachbelichtetes Panorama handelte. Technisch gesehen besteht das Foto dadurch aus 45 Einzelbildern.

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